Autismusspezifische Familienhilfe

nach § 30, § 31, § 35 a und § 41 SGB VIII

Die Autismusspezifische Familienhilfe richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Volljährige mit der (Verdachts-)Diagnose Autismus-Spektrum-Störung sowie an deren Eltern und weitere Mitglieder des Familiensystems. Diese sind wichtige Säulen im Unterstützungssystem autistischer junger Menschen und leisten täglich auf vielfältige Weise wertvolle Unterstützung.

Gleichzeitig sind sie Mit-Betroffene und benötigen auch persönliche, soziale und professionelle Unterstützung aus ihrem Umfeld, um die besonderen Herausforderungen im Zusammenleben mit einem Kind mit Autismus-Spektrum-Störung langfristig angemessen bewältigen zu können.

Die Autismusspezifische Familienhilfe hat das Ziel, eine an den individuellen Ressourcen orientierte selbst bestimmte Lebensführung des jungen Menschen sowie die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern sowie das familiäre System zu stützen und zu stärken.

Angebotsspezifische Schwerpunkte und Methoden

  • Aufbau und Gestaltung einer verlässlichen tragfähigen Arbeitsbeziehung durch eine feste Bezugsperson
  • Angebot der Psychoedukation bezüglich des Krankheitsbildes Autismus-Spektrum-Störung, einschließlich vorliegender möglicher komorbider Erkrankungen für Eltern in der individuell notwendigen Ausführlichkeit nach der Diagnose des Kindes
  • Förderung der Akzeptanz der Diagnose und individuelle Ausrichtung des Erziehungsverhaltens durch Unterstützung und Anleitung im Umgang mit konkreten auftretenden Verhaltensproblemen
  • Beratung und Unterstützung der Familie im Hinblick auf Entlastung, Stressbewältigung und Krisenintervention; Familie als Rückzugsort und „sicheren Raum“ für autistische Kinder/Jugendliche gestalten
  • Beratung und Vernetzung bzgl. weiterer ergänzender Maßnahmen, wie bspw. therapeutische Maßnahmen, Schulbegleitung, Freizeitanbindung
  • Unterstützung bei spezifischen Behördenangelegenheiten, wie bspw. Krankenkasse, Pflegekasse, Versorgungsamt etc.
  • Unterstützung in der Kommunikation mit Kita/Schule, wie bspw. Elterngespräche, Klassenkonferenzen, Nachteilsausgleich, Klassen- und Lehrkraftaufklärung
  • Abbau von dysfunktionalen Problemlösungsstrategien im Familiensystem und Aufbau funktionaler und nachhaltiger Lösungsstrategien
  • Erlernen und Trainieren von Regelakzeptanz und Einhalten von Grenzen durch angeleitete Konfrontationen des autistischen jungen Menschen
  • Übergänge (Transitionen im Kindesalter) und Veränderungen im Familiensystem begleiten
  • Einbeziehung der Geschwister, sowohl in der Elternarbeit als auch bei der Unterstützung der Beziehungsgestaltung der Geschwister untereinander

Fachkräfte in der Autismusspezifischen Familienhilfe