Verhaltensampel
Im Rahmen der Entwicklung des Schutzkonzepts haben sich die Fachkräfte der KONSEQUENT Jugendhilfe GmbH intensiv und selbstkritisch mit ihrer fachlichen Rolle und Haltung sowie mit den bestehenden Risikofaktoren in der ambulanten Jugendhilfe auseinander gesetzt. Eine Ressourcenanalyse wurde vorgenommen und ein gemeinsamer Verhaltenskodex erarbeitet. Für alle Fachkräfte sowie für die jungen Menschen und ihre Familien werden die Regeln des Verhaltenskodexes klar und transparent vermittelt und in dieser Verhaltensampel dargestellt.
Die Verhaltensampel eignet sich als Reflexionsinstrument.
- Sie kann in Qualitätszirkeln genutzt werden, um Standards sichtbar zu machen.
- Sie hilft, Selbstfürsorge und Professionalität im Blick zu behalten.
- Sie ist Teil des Schutzkonzepts.
- Sie eignet sich für Teamsitzungen, Supervision und Schulungen, um ein gemeinsames Verständnis von Schutz und Prävention zu sichern.
- Besonders wichtig ist, dass „Gelb“-Signale ernst genommen und im Team reflektiert werden, bevor sie zu „Rot“ führen.
Grün – professionell & schützend („So ist es richtig“)
- Ich begegne Kindern, Jugendlichen und Eltern wertschätzend und respektvoll.
- Ich halte Absprachen und Termine zuverlässig ein.
- Ich wahre klare Nähe- und Distanzgrenzen, gehe sensibel mit der Privat- und Intimsphäre anderer Menschen um und achte das Eigentum der Familien.
- Körperkontakt erfolgt bewusst, reflektiert und nur in angemessenen Situationen.
- Ich kommuniziere transparent, dokumentiere nachvollziehbar und ermögliche Kontrolle.
- Ich achte Schweigepflicht, Datenschutz oder Schutzkonzepte zuverlässig.
- Ich fördere eine Kultur des Hinsehens und thematisiere Grenzverletzungen offen.
- Ich respektiere Nein-Signale von Kindern, Jugendlichen oder Eltern.
- Ich reflektiere mein Handeln regelmäßig (Supervision, kollegiale Beratung).
- Ich achte auf meine Selbstfürsorge, um professionell arbeiten zu können.
Gelb – kritisch & reflexionsbedürftig („Achtung!“)
- Ich lasse mich von Stress oder persönlichen Themen beeinflussen.
- Ich bin mir unsicher über Angemessenheit von Situationen oder Körperkontakten.
- Ich thematisiere nicht sofort fragwürdiges Verhalten von Kolleg*innen oder Familien.
- Ich kommuniziere unklar oder widersprüchlich.
- Ich vermeide Gespräche zu Grenzen oder Sexualität aus Unsicherheit.
- Ich dokumentiere nicht konsequent oder vergesse Absprachen.
- Ich halte mich nicht immer an Schweigepflicht, Datenschutz oder Schutzkonzepte.
- Ich reagiere nicht eindeutig genug auf Signale von Kindern/Jugendlichen.
- Ich achte zu wenig auf Selbstfürsorge, wodurch meine Professionalität leidet.
Rot – nicht akzeptabel & grenzverletzend („Stopp!“)
- Ich verhalte mich diskriminierend, abwertend oder respektlos gegenüber Familien.
- Ich überschreite körperliche oder emotionale Grenzen von Kindern/Jugendlichen.
- Ich erkenne den Schutz und das Eigentum der Familien nicht an.
- Ich suche oder erlaube heimliche, unkontrollierte Situationen.
- Ich reagiere nicht auf Hinweise oder Signale von sexualisierter Gewalt oder anderen Gefährdungen.
- Ich mache unangemessene, sexualisierte oder zweideutige Bemerkungen.
- Ich missachte Schweigepflicht, Datenschutz oder Schutzkonzepte.
- Ich verweigere Zusammenarbeit im Team oder relativiere Grenzverletzungen.
- Ich lasse mich in Familienkonflikte verstricken oder missbrauche meine Rolle.